Seit meinem 11ten Lebensjahr wollte ich immer ein Austauschjahr machen. Als dann der passende Zeitpunkt dafür kam, nach der 3. Sekundarstufe, ging alles ganz schnell. Im Januar meldete ich mich bei EF an; es folgten Info Veranstaltungen und „Monthly Mailings“ bis zum Zeitpunkt der Abreise.
Am 27. Juli war es dann endlich so weit; Ich flog mit einer Gruppe von Austauschschülern nach New York, wo wir von EF abgeholt und zum „Language and Culture Camp“ ins Stonehill College gefahren wurden. Es war schön, die ersten zwei Wochen mit Jugendlichen verbringen zu dürfen, welchen das selbe bevorstand und die United States of America schon mal ein bisschen kennen zu lernen.
Am 10. August wurde ich als eine der einzigen von meiner Gastfamilie direkt im Camp abgeholt. Ich freute mich sehr über die herzlichen Umarmungen meiner Gastmutter, Gastschwester und ihrer besten Freundin zur Begrüssung in ihrer Familie. Mit dem Auto ging es dann durch Boston nach Alton, New Hampshire, wo ich ein ganzes Jahr bleiben würde.
Beim Haus angekommen begrüsste mich auch noch mein Gastvater mit einer festen Umarmung und als sie mir das Haus zeigten, fühlte ich, dass es ein gutes Jahr werden würde.
In den ersten Tagen lernte ich einige Freunde meiner Gastschwester kennen, doch ich wollte auch meine eigenen finden, deswegen meldete ich mich eine Woche später für die „try outs“ in Volleyball an. Es hat viel Spass gemacht, denn alle waren sehr interessiert an mir und fragten mich über die Schweiz aus.
Nach zwei Wochen fing dann auch die Schule an. Der Stundenplan war ziemlich kompliziert und ich war froh als ich in meiner ersten Klasse sass und schon von den ersten Schülern angesprochen wurde. Beim Mittagessen fragten mich gleich alle, ob ich bei ihnen sitzen wollte.
Es ging nicht lange, da hatte ich schon meine ersten guten Freunde mit denen ich am Wochenende oder nach der Schule etwas unternahm. Wir gingen ins Kino, zur Mall, zu jemandem nach Hause, essen oder einfach ein bisschen Autofahren.
Ich fand es sehr interessant besondere Tage wie 9/11, Halloween, Weihnachten, Valentins Tag und viele weitere auf amerikanische Weise zu gedenken/feiern. Mir gefielen die Feiertage besonders gut, weil wir uns dann immer mit der ganzen Gastverwandtschaft getroffen haben, welche mich auch sehr schnell aufgenommen haben.
Im März kam meine lang ersehnte Reise nach Kalifornien mit SMG. Ich flog über Detroit nach San Francisco wo eine Freundin von mir aus der Schweiz dazu kam, welche ein Austauschjahr mit EF in Michigan verbrachte. In San Francisco schauten wir uns jegliche Sehenswürdigkeiten an und dann ging es nach L.A. wo wir ebenfalls sehr viel erleben durften. Es war einfach unbeschreiblich und ich bin sogar immer noch in Kontakt mit unserer Reiseleiterin.
Die letzten Monate in New Hampshire gingen sehr schnell vorbei und schon waren einige der grössten Ereignisse da. Es fing mit dem Prom anfangs Mai an. Während Spring Break nahm mich meine Gasttante einmal „Prom dress shoppen“, denn sie hatte keine Tochter und wollte das immer einmal erlebt haben. Die Auswahl war so riesengross und wir fuhren in viele Shopping Malls. Am Ende des Tages fand ich das perfekte Kleid und die perfekten Schuhe und meine Gasttante kaufte mir noch den passenden Schmuck dazu.
Am Tag vor dem Prom liess ich mir mit Freundinnen die Nägel machen und am nächsten Tag noch die Haare. Dann holte meine beste Freundin und ihr Date mich und mein Date ab und so fuhren wir zum „Senior Walk“ wo alle Namen der Seniors verkündet und viele Fotos geschossen wurden. Anschliessend ging es zum Essen und dann wurde getanzt. Zur Überraschung gab es noch ein wunderschönes Feuerwerk. Nach dem Prom gingen mein Date und ich zu Freunden und da feierten wir noch weiter, was ein perfektes Ende eines unvergesslichen Abends war.
Kaum war der Prom vorbei, schien es mir, stand auch schon Graduation vor der Tür; die fand am Freitag dem 13. Juni statt. In jener Woche probten wir jeden Tag die ganze Zeremonie und alle wurden nervös, aufgeregt aber auch traurig, denn der Abschied nahte. Am Freitag trafen wir uns in der Schule und zur traditionellen „Graduation Theme“ ging es dann im Marsch nach draussen wo sich anschliessend alles abspielte. Es wurden Reden gehalten, die Diplome wurden verteilt und, wie im Film, wurden zum Schluss die Hüte in die Luft geworfen. Während wir im Marsch wieder fort liefen, spielten sie unseren Graduation Song (Don’t Stop Believing von Journey). Es folgte der grosse Abschied, was auch der Grund ist, warum ich kein gutes Foto von dem Abend habe.
Zwei Tage später hatten wir bei mir zu Hause eine Graduation/Abschiedsparty mit den Gastverwandten und Nachbarn. Ich bekam viele Abschiedsgeschenke und wir schossen viele Fotos zur Erinnerung an einen schönen Abschluss meines Austauschjahrs. Am Montag und Dienstag verabschiedete ich mich noch von meinen Freunden und packte für die Heimreise.
Am Mittwochmorgen holten wir meine Gastschwester von der Schule ab und fuhren zum Flughafen. Nach einem kurzen Abschied winkte ich ein letztes Mal meiner Gastfamilie zu und machte mich auf den Weg zu meinem Abflug Terminal.
Obwohl das Austauschjahr eine wunderbare, lehrreiche, unvergessliche Zeit war, war ich so glücklich meine Familie wieder zu sehen. Noch heute erinnere ich mich gerne an den Moment, als ich sie nach 11 Monaten und sechs Stunden Verspätung wieder in die Armen schliessen konnte.
Ohne dieses Austauschjahr wäre ich nicht zu dem geworden, was ich jetzt bin. Ich durfte so vieles erleben, von dem viele hier nur träumen, wie z. B. Quads fahren, Obama treffen, über die Golden Gate Bridge laufen, eine High School besuchen, Snowmobil fahren und das beste von allem: Ich habe Freundschaften fürs Leben geschlossen, wie meine beste Freundin aus dem Jahr in Brasilien, und durch das EF High School Year nicht nur ein zu Hause in der Schweiz, sondern auch eines in den USA.